Website_Struktur

Der digitale Frühjahrsputz – Ein Plädoyer für reduzierte Webseiten-Strukturen

Langlebige Unternehmenswebseiten sind mit einem Gemüsegarten vergleichbar: Sie wachsen mit der Zeit, werden Stück für Stück um neue Angebote erweitert. Im Idealfall kümmert sich ein eingespieltes Team von „Online-Gärtner_Innen“, die internen Expertinnen und Experten, liebevoll um den Erhalt und bringt regelmäßig mit neuem virtuellem Saatgut, in Form von Informationen, Leistungen, Produkten und Services die Seite zum erblühen – so ist es fein, so soll das sein. 

Problematisch wird es dann, wenn sich im Laufe der Jahre, bei Webmastern und Komm-Abteilungen eine Betriebsblindheit für den eigenen Online-Garten und sein Angebot einschleicht. 

In solchen Fällen droht ein Usability-Super GAU: Webseiten-Wildwuchs und Informations-Overflow.

Natürlich kennt man als Content-Manager_In die eigene Seite und weiß, wo was zu finden ist. Und natürlich lag eine gute Intention vor, als versucht wurde, der Nutzer_In möglichst viele Optionen & Informationen auf einen Blick zu liefern. 

Das Problem ist jedoch, dass der Nutzer_In diese Routine und Orientierung, gerade beim Erstbesuch der Seite, noch fehlt!
In solchen Fällen sind übermäßiges Informations- und Optionsangebot oftmals eher schädlich denn nützlich: die Nutzer_In ist überfordert, findet nicht die richtigen Inhalte, verlässt gestresst die Webseite und ist im schlimmsten Fall als Kund_In verloren.

Um solchen Szenarien entgegenzuwirken, schneiden wir uns gerne mal eine Scheibe von Netflix Aufräum-Queen Marie Kondo ab und verordnen unseren Kunden einen digitalen Frühjahrsputz.

Gerade bei Unternehmen mit diversifizierten Kundenkreisen und weit gefächertem Angebotsportfolio stellen sich danach in Sachen Nutzerführung und Kundenbindung in der Regel massive Verbesserungen in Nutzerbindung und Abschlussraten auf den eigenen Webseiten ein.

Does it spark Joy?

Die erste Frage, die sich bei der Webseiten-Entrümpelung stellt ist: was darf bleiben und was kann weg?

Einen der verlässlichsten Indikatoren zur Beantwortung dieser Frage liefert der Blick in das Webseiten-Analytics Tool der Wahl. 

Sektionen zu Nutzung von Webseiteninhalten (bei Google Analytics z.B. unter „Verhalten  Websitecontent“ zu finden) offenbaren, welche Inhalte bei den Zielgruppen ankommen und welche eher auf Desinteresse stoßen. 

Inhalte und Angebote mit niedrigen Aufrufzahlen oder überdurchschnittliche hohen Absprungraten sollten auf die rote Liste wandern und deren Löschung oder Zusammenlegung mit anderen Inhalten ins Auge gefasst werden. 

Die Zusammenlegung thematisch ähnlicher Seiten ist ein von uns gern praktiziertes Mittel, um dem Seiten-Wildwuchs Einhalt zu gebieten. Nicht selten finden sich Seiten zu Produktdetails oder Angebotssegmenten, deren Inhalte nicht über Textfragmente hinausgehen und die den Usern wenig bis gar keinen Mehrwert liefern. Führt man jedoch mehrere solcher, thematisch verwandter Seiten, zu einem einzelnen Machwerk zusammen schlägt man gleich mehrere Fliegen mit einer Klatsche: die Menüführung wird entschlackt, User finden mehr Informationen auf einen Blick und mit einem Klick und fühlen sich besser beraten. Zu guter Letzt erhält die neuentstandene Kombi-Seite auch in den Augen von Google und Co. mehr Gewicht durch den gesteigerten Usability-Wert (mehr Info, in weniger Klicks) und wird in Zukunft von den Suchmaschinen dann auch mit bestem Gewissen den Nutzer_Innen vorgeschlagen, die eigenen Rankings steigen, Hurra!

Die richtige Aktion auf der richtigen Seite

Neben dem Informationswildwuchs ist die Überforderung der Nutzer_innen mit übermäßigem Aktions-Angebot ein weiteres Problem, das uns auf vielen Seiten begegnet.
Schreien die User Newsletter Anmeldungen, Spendenaufrufe, Kontakt- und Informationsangebote alle gleichzeitig vom Bildschirm her an, ist Irritation vorprogrammiert: „Was will diese Seite jetzt eigentlich von mir?“.

Das genaue Wissen, welche Inhalte auf der eigenen Seite von welchem Nutzer_Innentyp, in welcher Lebenslage konsumiert wird, sollte stets die Entscheidung über den Call-To-Action (CTA) bestimmen.
Ist der Nutzer das erste Mal auf der Seite und noch auf der Suche nach Informationen zu einem Produkt oder einer Leistung, bietet sich das Kontaktformular, der Live-Chat oder das Angebot einer kostenlosen Erstberatung an. 

Kennen wir die Nutzerin und wissen, dass sie sich regelmäßig zu unseren Produkten informiert, wäre die Anmeldung zu einem Newsletter mit exklusiven Angeboten und Rabatten zielführender. 

Wichtig ist, dass die User stets ein CTA Angebot angezeigt bekommen, dass dem Seiteninhalt und den Nutzungsintensionen entspricht.

Lieber weniger, dafür gezielt! 

Geben Sie dem Besucher_Innenen das Gefühl verstanden zu werden, und führen Sie sie so zum nächsten Schritt in ihrer Customer Journey.
Beachten Sie aber dabei stets transparent zu sein: klären Sie Ihre User immer vor jeder Aktion auf, was nach dem nächsten Buttonklick passiert. Transparenz über den nächsten Schritt sorgt für Vertrauen, wischt Unsicherheiten weg und senkt die Conversion-Hürde.
Ein trockenes und schwammiges „Jetzt Newsletter abonnieren“ ist in den wenigsten Fällen sachdienlich. Es wirft eher Fragen auf: „Was ist der Inhalt?“, „Wie oft kommt der? Werde ich vollgespamt werden?“, „Welchen Mehrwert habe ich durch ein Abo?“…und weg ist der Kontakt.

Bei einem „Jetzt für unseren wöchentlichen Newsletter anmelden und exklusive Abonnenten-Rabatte erhalten“ wirkt die Sache doch deutlich klarer, der Mehrwert offensichtlich, etwaige Sorgen gelindert und der Lead schon deutlich eher eingesackt. 

Weniger ist mehr!

Auch wenn dieser Spruch abgedroschen klingen mag, so ist er dennoch nach wie vor aktueller denn je.
Wagen Sie es sich die Frage zu stellen: „Ist das Kunst oder kann das weg?“.
Trauen Sie sich, legen Sie die interne Brille ab, betrachten Sie Ihr Online-Angebot aus dem Blick der User und misten Sie aus, was nur den Blick auf das Wesentliche versperrt.
Gerne helfen wir Ihnen auch dabei. Unsere Online-Putztruppe rund um Benjamin Greenberg und Team steht Ihnen dabei gerne zur Seite. 

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